Die Digitale Gesellschaft sieht die E-ID weiterhin als Vorzeigeprojekt für eine vertrauenswürdige Digitalisierung der Schweiz. Beim Beiratstreffen Digitale Schweiz am 3. September 2026 standen digitale Souveränität und die Einführung der E-ID im Mittelpunkt. Die Organisation fordert nach der Verschiebung der Einführung pragmatische Lösungen.
Grund für die Verschiebung ist der als unsicher bewertete Online-Ausstellungsprozess. Dieser soll mit Hilfe von z.B. künstlicher Intelligenz verbessert werden. Die persönliche Ausstellung der E-ID soll vorgezogen werden, damit der problematische Online-Prozess nicht die gesamte Einführung verzögert.
Die Digitale Gesellschaft fordert mehr Unabhängigkeit von großen Technologiekonzernen. Die E-ID soll zeitnah auch auf alternativen Betriebssystemen wie GrapheneOS funktionieren und langfristig auch ohne Smartphone, etwa unter Linux oder Windows, nutzbar sein. Alternative Open-Source-Wallets sollen ermöglicht und interessierte Entwickler-Communities stärker einbezogen werden.
Die Digitale Gesellschaft verweist auf Datenschutzmerkmale der E-ID wie Datensparsamkeit, Dezentralität, Open Source und Privacy-by-Design. Diese Grundsätze müssten auch bei weiteren staatlichen Digitalisierungsprojekten berücksichtigt werden, etwa beim elektronischen Sammeln von Unterschriften.
Besondere Bedenken äußert die Organisation beim geplanten elektronischen Gesundheitsdossier. Gesundheitsdaten seien besonders sensibel und erforderten deshalb eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Eine zentrale Datenbank unter staatlicher Kontrolle mit automatisch erstellten Dossiers könne das Versprechen einer stärkeren informationellen Selbstbestimmung nach Ansicht der Digitalen Gesellschaft nicht erfüllen.