StartBeyond TechFernwärme: Reform stärkt Transparenz und Preisaufsicht

Fernwärme: Reform stärkt Transparenz und Preisaufsicht

Verbraucherzentrale nimmt Stellung zu den Eckpunkten des Wärmenetzgesetzes

Published on

Die geplante Reform der Fernwärmeregeln bringt mehr Preistransparenz und eine behördliche Preisaufsicht. Das ist ein wichtiger Fortschritt für Verbraucher:innen. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands reicht das jedoch nicht aus: In einem Monopolmarkt braucht es zusätzlich einen wirksamen Schutz vor überhöhten Preisen und vor einseitigen Preiserhöhungen.

Felix John, Referent für Gasmarkt, Fernwärme und Energieverbraucherrechte:
Die Reform der Wärmenetzregeln ist ein wichtiger Schritt für Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher. Positiv hervorzuheben ist vor allem, dass die Bundesregierung mehr Transparenz bei Fernwärmepreisen schaffen und eine behördliche Preisaufsicht einführen will. Wer an ein Wärmenetz angeschlossen ist, kann den Anbieter meist nicht wechseln. Umso wichtiger ist es, dass Preise nachvollziehbar sind und wirksam kontrolliert werden.

Eine verpflichtende Transparenzplattform und die Möglichkeit für Behörden, Preis- und Kostenbestandteile zu überprüfen, können dazu beitragen, das Vertrauen in die Fernwärme zu stärken. Dafür macht sich die Verbraucherzentrale seit langem stark.

Aus Verbraucherschutzsicht bleiben jedoch Baustellen: Fernwärmeversorger sollen künftig unter bestimmten Voraussetzungen einseitig die Ausgangspreise in der bestehenden Preisanpassungsklausel erhöhen dürfen. Dadurch würden die Endkundenpreise sprunghaft ansteigen. Wer Verbraucherinnen und Verbraucher für die Wärmewende gewinnen will, darf sie nicht unkalkulierbaren Kostenrisiken aussetzen.

Die Bundesregierung muss im weiteren Gesetzgebungsverfahren sicherstellen, dass Fernwärme bezahlbar bleibt. Gerade weil Fernwärme ein Monopolmarkt ist, braucht es neben Transparenz und Preisaufsicht auch eine Preisobergrenze zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Hohe Fernwärmepreise

Fernwärmekundinnen und -kunden in einem typischen Mehrfamilienhaus zahlen zum Teil hohe Preise, im Median 17 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Gleichzeitig zeigen aus Sicht der Verbraucherzentrale die enormen Preisunterschiede zwischen einzelnen Netzen (von 8 ct/kWh bis 39 ct/kWh), dass mehr Kontrolle und Transparenz notwendig sind.

Quelle

Preistransparenzplattform Fernwärme, Preisstand 8. August 2026, Auswertung des vzbv auf Basis von 609 Fernwärmenetzen mit Preisangaben für Mehrfamilienhäuser

< more like this >

< recent >

< fast read >

< report >

< most read >

< icymi >