Kinder- und Jugendschutz im Netz steht derzeit im Fokus. Meta hat sich in den USA auf eine Zahlung von fast 17 Milliarden Dollar sowie Plattformänderungen geeinigt, um Vorwürfe auszuräumen, wonach Facebook und Instagram gezielt auf die Abhängigkeit von Kindern ausgelegt und deren Daten unrechtmäßig gesammelt wurden.
Die irische Organisation ICCL Enforce kritisiert, dass diese Zugeständnisse offenbar nur für die klagenden US-Bundesstaaten gelten sollen, und fordert von Meta, YouTube und TikTok eine Ausweitung auf Europa – zugleich mahnt sie an, dass Verantwortung nicht allein auf Eltern abgewälzt werden dürfe.
Datenschutz und Privatsphäre bleiben ein Dauerthema, insbesondere im Zusammenhang mit Smart Glasses. Eine Bitkom-Umfrage zeigt ein gespaltenes Bild: Viele Menschen würden selbst gerne eine solche Brille tragen, lehnen es aber ab, von anderen unbemerkt gefilmt zu werden.
Die Menschenrechtsorganisation HateAid hat deshalb Strafanzeige gegen Meta und Ray-Ban gestellt, da die Aufnahme-LED oft kaum sichtbar sei; erste Kommunen wie Potsdam verhängen bereits Verbote in Schwimmbädern.
Leider verbreiten sich solche gefährlichen Social-Media-Trends wie der „Blackout Challenge“, die durch Gruppendruck und den Wunsch nach Anerkennung befeuert wird und bereits zu Krankenhauseinweisungen Jugendlicher geführt hat.
Rheinland-Pfalz weitet das Pflichtfach Informatik samt Medienkompetenz- und Cybergrooming-Schulungen aus.
Die BfDI beschäftigt sich mit der Wirksamkeit von Cookie-Bannern und plädiert im Rahmen des EU Digital Omnibus für europaweit einheitliche, maschinenlesbare Einwilligungsstandards, um Überregulierung zu vermeiden.
Der Landesdatenschutzbeauftragte Niedersachsens klärt anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahl darüber auf, woher Parteien Adressdaten für Wahlwerbung beziehen und wie Bürger widersprechen können.
Cybersicherheit zeigt ein zwiespältiges Bild: Eine Kaspersky-Umfrage offenbart, dass zwar viele Nutzer digitale Aufräumroutinen wie das Löschen von Apps pflegen, sicherheitsrelevante Maßnahmen wie regelmäßige Passwortänderungen oder Backups aber vernachlässigt werden.
Der eco-Verband mahnt anlässlich des 42. Jahrestags der ersten deutschen E-Mail, dass Unternehmen ihre Versandinfrastruktur technisch besser absichern müssen, da äußere Merkmale wie Logos keine verlässlichen Vertrauenssignale seien.
GMX und WEB.DE berichten von einem deutlichen Rückgang des Massen-Spam-Aufkommens, sehen aber eine Verlagerung hin zu präzise personalisierten, KI-gestützten Phishing-Angriffen – ein Trend, der sich auch bei QR-Code-Phishing („Quishing“) zeigt, das zunehmend Unternehmenssicherheitsfilter umgeht.
Aus Neuseeland meldet die NCSC zwar stabile Fallzahlen, aber komplexere, folgenreichere Vorfälle.
Digitale Infrastruktur und Nachhaltigkeit treiben ebenfalls die Debatte: Die geplante schrittweise DSL-Abschaltung ab 2030 soll Deutschland an den europäischen Gigabit-Standard heranführen und laut Studien erhebliche Wertschöpfung ermöglichen.
Eine neue interaktive Karte von AlgorithmWatch, FragDenStaat und weiteren Organisationen macht erstmals das Ausmaß des deutschen Rechenzentrumsbooms sichtbar und warnt vor Strom- und Wasserverbrauch sowie mangelnder Transparenz.
Die Gesellschaft für Informatik startet ein Projekt zur Verankerung von „Green Coding“ in der Informatikausbildung, um Softwareentwicklung ressourcenschonender zu gestalten.
KI in Politik und Verwaltung gewinnt an Bedeutung: AlgorithmWatch hat eine Orientierungshilfe für den verantwortungsvollen Umgang von Abgeordneten mit generativer KI veröffentlicht, nachdem bekannt wurde, dass die Bundesregierung keine Auskunft über den KI-Einsatz bei Reden und Texten gibt.
Verwaltungsseitig startet mit dem digitalen Kombiantrag ein Pilotprojekt an zehn Standorten, das Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung für Einzelunternehmen bündelt und Gründungen beschleunigen soll.
Im Unternehmensumfeld erweitert OpenAI mit einem neuen Admin-Plugin für ChatGPT Work und Codex die Möglichkeiten der IT-Verwaltung durch KI-gestützte Automatisierung.
Die Games-Branche erlebt mit der gamescom 2026 in Köln einen politisch prominent besetzten Auftakt: Neben deutschen Regierungsvertretern wie Lars Klingbeil und Dorothee Bär betonte auch EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Branche. Der begleitend veröffentlichte Jahresreport zeigt erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung nach schwierigen Jahren.
Neue Hardware wurde in großer Zahl vorgestellt: Google bringt mit dem Home Speaker ein Gerät für den KI-Assistenten Gemini for Home, die Telekom bindet Google One in ihr Mobilfunkangebot ein. Apple stellt den neuen Mac Studio mit M5 Max/Ultra für lokale KI-Verarbeitung vor, während Garmin mit der fenix 9 (Pro) erstmals ein Titan-Gehäuse und Satellitenkommunikation bietet.
Im Gaming-Bereich erweitert ASUS mit dem ROG XBOX Ally X20 sein Handheld-Portfolio, SCUF stellt einen neuen Hochleistungscontroller vor. Samsung präsentiert auf der gamescom die USB4-SSDs P9 und P7.
Ergänzt wird das Feld durch professionelle Displays von LG (Diagnostik) und BenQ (Color Grading) sowie einen neuen Bluetooth-Lautsprecher von Hama.
Next Up
In den kommenden Tagen dürfte sich zeigen, wie YouTube, TikTok und Meta auf die Anfragen von ICCL Enforcement-Team reagieren. Eine Ausweitung der US-Schutzmaßnahmen auf Europa wäre ein wichtiges Signal – ein Ausbleiben würde die Debatte um digitale Kinderschutzstandards in der EU weiter befeuern.
Die Diskussion um Smart Glasses, die auch hier u.a. Meta betrifft, dürfte sich mit der laufenden HateAid-Klage und möglichen weiteren kommunalen Verboten zuspitzen.
In der Frage, ob maschinenlesbare Cookie-Einwilligungen doch noch europarechtlich verankert werden, setzt sich die Diskussion um den Digital Omnibus auf europäischer Ebene fort.
Die Gründung eines Einzelunternehmen bekommt mit dem Digitalen Kombiantrag erste praktische Erleichterungen in der Diskussion um ein Gründungsbeschleunigungsgesetz. Weiter Unternehmensformen und Standorte sollen folgen.
Der geplante Rechenzentrumsausbau sorgt angesichts der geplanten Lockerung des Energieeffizienzgesetzes und immer knapper werdender Ressourcen für zunehmende Kritik in der Gesellschaft.
Die Warnungen vor personalisierten Phishing- und Quishing-Angriffen über QR-Codes nehmen zu. Der Trend weg von Massen-Spam hin zu gezielten Attacken seht sich fort.
In der Pipeline: Der ROG XBOX Ally X20 (Marktstart 15. Oktober) sowie die Auslieferung erster Google-One-Optionen bei der Telekom und auch Apples neuer Mac Studio wird ab dem 22. September verfügbar sein.
Die gamescom schloß am 30. August ihre Tore. Die Diskussion um steuerliche Förderung des Games-Standorts Deutschland wird damit nicht beendet sein.
References:
– akdb.de – algorithmwatch.org – apple.com – asus.com – benq.eu – bfdi.bund.de – bmds.bund.de – bitkom.org – corsair.com – datenschutz.rlp.de – donau-uni.ac.at – eco.de – sicher-im-netz.de – eff.org – eset.com – game.de – garmin.com – gi.de – gmx.net – google.de – hama.com – iccl.ie – kaspersky.de – lfd.niedersachsen.de – lg.com – ncsc.govt.nz – openai.com – samsung.com – telekom.de – tu-darmstadt.de – tu.berlin – vodafone.de – youngdata.de
