Deutschlands digitale Zukunft steht an einem Scheideweg. Während Gigabit-Technologien europaweit zum Rückgrat der Digitalisierung werden, surfen in Deutschland noch immer Millionen deutscher Haushalte über langsames DSL, alte Kupferleitungen des Telefonnetzes. Eine Technologie, die lange Zeit gute Dienste geleistet hat, ist heute ein Bremsklotz. Und reif für den Ruhestand.
Grund dafür: die Anforderungen an digitale Netze haben sich grundlegend verändert. Homeoffice, Cloud-Anwendungen, Streaming, vernetzte Industrie und Künstliche Intelligenz benötigen leistungsfähige, stabile und zukunftssichere Netze. Dafür reichen die Möglichkeiten der Kupfer-Technologie zunehmend nicht mehr aus. Deshalb diskutieren Politik, Regulierungsbehörden und die Telekommunikationsbranche den nächsten großen Schritt: die schrittweise Abschaltung von DSL und den Umstieg auf moderne Gigabit-Netze.
Deshalb muss Deutschland jetzt handeln – und besser früher als zu spät abschalten
Deutschlands digitale Wettbewerbsfähigkeit hängt maßgeblich von leistungsfähigen Infrastrukturen ab. Werfen wir einen Blick auf andere Länder, wird schnell klar: Deutschland hat eindeutig Nachholbedarf. Andere europäische Länder wie Spanien, Portugal, Frankreich und Norwegen haben den Wechsel von flächendeckendem Kupfer auf Gigabit bereits beendet oder liegen im Abschaltprozess weit vor Deutschland. Rund 24 Millionen deutsche Haushalte hingegen nutzen noch immer eine Technologie des vergangenen Jahrhunderts – genannt: DSL. Damit verlieren wir nicht nur an Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch an digitaler Souveränität, Innovationskraft und Resilienz. Grundpfeiler für eine souveräne, digitale Zukunft.
DSL-Abschaltung – auch ein Wirtschaftsfaktor
Die Abschaltung der alten Kupfer-Technologie hätte auch große Auswirkungen auf Deutschlands Wirtschaftlichkeit. Denn: Gigabit-Netze schaffen die Grundlage für digitales Wachstum, Innovation und neue Geschäftsmodelle. Laut einer Studie von DIW Econ könnte ein konsequenter Umstieg auf Gigabit-Infrastrukturen bis 2030 eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von bis zu 773 Milliarden Euro in Deutschland ermöglichen. Das entspricht rechnerisch rund 9.000 Euro zusätzlicher Wirtschaftsleistung pro Einwohner und: in etwa der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung eines Bundeslands wie Bayern.
Hinzu kommt: Solange in Regionen mit bestehenden Gigabit-Netzen weiterhin aktiv Kupferanschlüsse vermarktet werden, wird der Umstieg auf moderne Netze gebremst. Das verlangsamt die Migration der Kundinnen und Kunden, erschwert die Auslastung neuer Infrastrukturen und schwächt Anreize für weitere Investitionen in den Netzausbau. Eine geordnete DSL-Abschaltung schafft deshalb nicht nur Planungssicherheit für Verbraucher, sondern auch die Voraussetzungen für mehr Wettbewerb und effizientere Investitionen in Deutschlands digitale Zukunft.
Europa gibt die Richtung vor
Dieses Bedürfnis hat auch bereits die europäische Kommission erkannt und verfolgt das Ziel, Europa flächendeckend mit leistungsfähigen Gigabit-Netzen auszustatten. Um Gesamt-Europa wieder zum globalen Akteur zu machen, sollen bis 2035 alte DSL-Leitungen abgeschaltet werden. Moderne Glasfaser- und Gigabit-Infrastrukturen hingegen das digitale Rückgrat Europas bilden – für mehr Wachstum, Innovation und technologische Souveränität.
Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt diesen Zeitplan. Dazu veröffentlichte die BNetzA ein Konzept für den Umstieg auf schnelles Internet. In Deutschland soll ab 2030 Kupfer sukzessive abgeschaltet werden. Dafür wurden jetzt erste klare Leitplanken festgezurrt, die die Branche für eine erfolgreiche Abschaltung benötigt. Obwohl der Zeitplan noch ambitionierter hätte ausfallen können und es noch immer an klaren Meilensteinen und Abschaltkriterien mangelt, steht damit fest: die Tage des Kupfer-Internets in Deutschland sind gezählt.
Das bedeutet die DSL-Abschaltung für Verbraucher
Das Wichtigste vorweg: niemand wird von heute auf morgen ohne Internet dastehen. DSL-Abschaltung bedeutet nicht: Stecker raus, Internet weg.
Plan ist, die Kupferleitungen schrittweise, über Jahre hinweg, geordnet und strategisch abzuschalten und Verbraucher auf schnellere Gigabit-Alternativen wie Kabel-Glasfaser oder Glasfaser umzuschalten. TechnoloGlasfasergien, die heute schon schnelleres Internet in Deutschlands Haushalte bringen. Außerdem wird mit der Kupfer-Abschaltung der Wettbewerb im Festnetz angeregt. Was wiederum bedeutet: Mehr Wahlfreiheit für Deutschlands Verbraucher.
