StartTech PolicyBundesregierung versteckt Chatbots: AlgorithmWatch bietet demokratischen Entscheider*innen Orientierungshilfe für ChatGPT & Co.

Bundesregierung versteckt Chatbots: AlgorithmWatch bietet demokratischen Entscheider*innen Orientierungshilfe für ChatGPT & Co.

Die Bundesregierung gibt sich verschlossen beim Einsatz von generativer KI für Reden und Artikel. AlgorithmWatch hat eine Orientierungshilfe formuliert, wie demokratische Entscheidungsträger*innen verantwortungsvoll mit KI-Risiken umgehen können.

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Berlin – Die Bundesregierung gibt keine Auskunft darüber, wie oft Reden und Artikel „teilweise oder vollständig durch generative KI erstellt” wurden, wie der „Der Spiegel“ heute berichtet. Die Information geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die noch nicht veröffentlicht wurde. AlgorithmWatch hat eine Orientierungshilfe formuliert, wie demokratische Entscheidungsträger*innen verantwortungsvoll mit KI-Risiken umgehen und so die subtile Beeinflussung ihrer Entscheidungen durch große Sprachmodelle wie ChatGPT vermeiden können.

Gastbeiträge, Reden und Hintergrundrecherchen – Abgeordnete und ihre Mitarbeitenden erstellen Texte zuweilen mit Hilfe von generativer KI. Diese Chatbot-Ausgaben können Verzerrungen und Fehler enthalten oder unbemerkt die Position des Fragestellenden bestätigen. Die dadurch entstehenden Wertungen können politische Entscheidungen beeinflussen, ohne dass dies auf den ersten Blick sichtbar ist. Für Entscheidungsträger*innen in Parteien und Fraktionen gelten deshalb besondere Sorgfaltspflichten. Schließlich prägen ihre Worte und Entscheidungen Menschen und Gesellschaften.

Viele bestehende Leitlinien für KI empfehlen, dass ein Mensch die Ausgaben von KI-Systemen überprüft. Zudem soll immer eine Person eindeutig die Verantwortung für den Output übernehmen. Hier setzt die Orientierungshilfe von AlgorithmWatch an und ergänzt eine Anleitung, um subtile Risiken bei der KI-Nutzung zu vermeiden.

In sieben Schritten zum reflektierten und verantwortungsbewussten Einsatz von generativer KI

Die Orientierungshilfe basiert auf drei zentralen Prinzipien: Entscheider*innen sollten Ausgaben eines Chatbots behandeln wie Entscheidungen und Inhalte, die sie weder selbst getroffen noch recherchiert haben. Zudem sollten Verantwortliche nachweisen können, inwiefern sie die Ausgaben des Chatbots hinterfragt oder akzeptiert haben. Außerdem sollen Entscheidende in ihrem Team Erfahrungen dokumentieren, reflektieren und diskutieren. Die Orientierungshilfe schlägt sieben Schritte vor, wie Teams ihren Umgang mit generativer KI gestalten können, um einen verantwortungsvollen und nachvollziehbaren Einsatz im politischen Alltag zu gewährleisten.

Eine Übersicht bekannter Risiken, die beim Einsatz von generativer KI entstehen, ist der Orientierungshilfe beigefügt.

Clara Helming, Senior Policy Managerin bei AlgorithmWatch, erklärt: „Wir reden viel über Risiken von KI – angesichts aktueller Sicherheitsvorfälle ist das auch nötig. Wir sind der KI jedoch nicht hilflos ausgeliefert, sondern können gestalten, wie wir mit ihr umgehen. Dazu gehört auch ein Verständnis dafür, welche Risiken für Anwender*innen überhaupt existieren, damit sie diese umgehen können. Für demokratische Entscheidungsträger*innen gelten ganz eigene Risiken, da ihre Entscheidungen das Leben von Menschen direkt beeinflussen. Daher sollten sie besonders sensibel und transparent mit generativer KI umgehen. Unsere Orientierungshilfe bietet dafür eine hilfreiche Grundlage.”

Der Leitfaden „Chatbots & demokratische Entscheidungsträger*innen – eine Orientierungshilfe” kann ab sofort auf der Webseite von AlgorithmWatch eingesehen und heruntergeladen werden: Chatbots & demokratische Entscheidungsträger*innen – eine Orientierungshilfe

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