WatchGuard Technologies hat seinen Global Threat Report für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Danach sank die Gesamtzahl der Netzwerkangriffe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 79 Prozent, während die Zahl neuartiger Malware auf Endgeräten um mehr als 2.000 Prozent stieg.
Knapp 96 Prozent der erkannten Bedrohungen wurden jeweils nur auf einem einzigen Gerät registriert. Die Entwicklung deutet laut WatchGuard darauf hin, dass Angreifer zunehmend Malware-as-a-Service, Automatisierung und KI einsetzen, um Schadsoftware gezielt auf einzelne Opfer zuzuschneiden und herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.
Auch beim Erstzugriff zeichnet sich ein Wandel ab: Der Diebstahl von Zugangsdaten, dauerhafte Zugänge, Fernzugriffe und das Umgehen von Schutzmechanismen gewinnen an Bedeutung, während mit PowerShell verbundene Vorfälle stark zurückgingen. In Deutschland sank zwar die durchschnittliche Zahl der Netzwerkangriffe, zugleich nahm die Zahl einzigartiger IPS-Signaturen zu; besonders häufig wurden hier Angriffe auf eine Schwachstelle im Content-Management-System dotCMS und Directory-Traversal-Angriffe registriert.
Viele Netzwerkangriffe zielen weiterhin auf Schwachstellen, die seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt sind; der Anteil von SQL-Injection liegt bei über 17 Prozent. Zugleich wurden 95 Prozent der Malware über TLS-Verbindungen zugestellt, obwohl nur 20 Prozent der eingesetzten Geräte verschlüsselten Datenverkehr untersuchen.
Auch Ransomware bleibt laut Bericht ein wichtiges Geschäftsmodell: Die Zahl der Ransomware-basierten Vorfälle auf Endgeräten sank zwar um 68 Prozent, gleichzeitig registrierte WatchGuard im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 41 neue Ransomware-Gruppen. Auf die acht größten Gruppen entfiel mehr als die Hälfte der knapp 5.000 öffentlich dokumentierten Erpressungsfälle.