Zehn Jahre nach Inkrafttreten der DS-GVO ist der Datenschutz in deutschen Unternehmen laut Bitkom weitgehend etabliert. 71 Prozent der Firmen haben die Vorgaben inzwischen vollständig oder größtenteils umgesetzt. Gleichzeitig empfinden 81 Prozent die Regeln als Belastung für ihre Geschäftsprozesse.
Der Aufwand für den Datenschutz ist nach Angaben der Unternehmen deutlich gestiegen. Fast alle Befragten bewerten den Aufwand inzwischen als hoch. Auch die Kritik an übermäßiger Regulierung nimmt zu. Zudem beklagen viele Firmen anhaltende Rechtsunsicherheit bei der Auslegung der Vorgaben.
Bitkom sieht die ursprünglichen Ziele der DS-GVO nur teilweise erreicht. Einheitliche Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Rechtssicherheit hätten sich aus Sicht vieler Unternehmen nicht erfüllt. Verbandspräsident Ralf Wintergerst fordert deshalb eine stärker risikoorientierte Auslegung der Regeln.
Als neue Herausforderung gilt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Viele Unternehmen sehen Datenschutzvorgaben als Hindernis beim Training von KI-Modellen und beim Aufbau großer Datenpools. Zugleich befürchten zahlreiche Firmen, dass KI-Entwicklung dadurch verstärkt außerhalb Europas stattfindet.
Auch internationale Datentransfers bleiben für viele Unternehmen problematisch. Besonders Übermittlungen personenbezogener Daten in die USA sorgen weiterhin für Unsicherheit. Zudem berichten zahlreiche Firmen über Fachkräftemangel im Datenschutz sowie unzureichende Unterstützung durch Aufsichtsbehörden.