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Regieren ohne feste Mehrheiten: Bevölkerung zeigt sich dafür aufgeschlossen

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Alle Koalitionen, die seit 1949 auf Bundesebene im Amt waren oder aktuell sind, hätten bei einer Wahl heute keine Mehrheit mehr. Unsere neue Studie zeigt, dass Bürger:innen alternativen Formen des Regierens ohne feste Parlamentsmehrheiten offen gegenüberstehen. Vor allem flexible Mehrheiten im Parlament und eine frühzeitige Einbindung der Opposition finden deutliche Zustimmung. Diese Offenheit kann politischen Akteuren neuen Handlungsspielraum für den Umgang mit immer komplexeren Parlamentskonstellationen eröffnen.

Knapp 36 Prozent befürworten die Möglichkeit, dass politische Entscheidungen zukünftig durch flexible Mehrheiten getroffen werden können. 20 Prozent sehen Minderheitsregierungen grundsätzlich positiv. Die Hälfte der Menschen in Deutschland ist bei der Bewertung von Minderheitsregierungen allerdings unentschlossen. 26 Prozent lehnen sie ab. Das sind die zentralen Ergebnisse unserer repräsentativen Studie „Anders regieren? Wie Bürger:innen alternative Formen des Regierens bewerten“. Unsere Demokratie-Expertin Christina-Marie Juen sagt: „In Deutschland fehlen auf Bundesebene bislang zwar praktische Erfahrungen mit dem Regieren ohne feste Mehrheiten, aber dennoch zeigt sich die Bevölkerung grundsätzlich offen für verschiedene Regierungsoptionen jenseits der Mehrheitskoalition.“

Die größte Zustimmung findet jedoch die stärkere Einbindung der Oppositionsparteien im Parlament, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden. Rund 54 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus: „Die Bürger:innen erwarten erkennbar mehr Kooperation über Parteigrenzen hinweg, als sie es derzeit im Bundestag erleben. Das kann man als Aufforderung verstehen, die Opposition vermehrt und frühzeitig in wichtige Vorhaben einzubinden“, so Carlo Greß, unser Demokratie-Experte und Ko-Autor der Studie.

Bevölkerung lehnt alternative Regierungsformen nicht grundsätzlich ab

Jeweils mehr als 40 Prozent, teilweise sogar mehr als die Hälfte der Befragten, positioniert sich in Bezug auf alle drei alternativen Regierungsoptionen (Minderheitsregierungen, flexible Mehrheiten und stärkere Einbindung der Opposition) nicht eindeutig dafür oder dagegen. Für politische Akteur:innen bedeutet das, dass die Bevölkerung alternative Regierungsformen nicht grundsätzlich ablehnt. Dies kann neuen Handlungsspielraum ermöglichen. Eine klare, transparente Kommunikation über Chancen und Risiken dieser Optionen ist dafür notwendig.

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