Die schleppende Digitalisierung der Verwaltung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) ist die digitale Rückständigkeit der für sie zuständigen Ämter und Behörden ein internationaler Standortnachteil. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele Unternehmen kommunizieren selbst rein digital, müssen speziell für Behörden aber noch analoge Verfahren vorhalten. Dieser Zwang zum ständigen Hin und Her zwischen analogem und digitalem Informationsaustausch kostet Zeit und Geld und bringt nichts“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Aktuell ist im Kontakt mit Behörden der Wechsel zwischen digitalen und analogen Wegen die Regel. Bei 60 Prozent der Unternehmen bieten die Behörden, mit denen sie zu tun haben, digitale und analoge Kommunikation zu gleichen Teilen an. Lediglich ein Drittel (33 Prozent) kann zumindest überwiegend digital kommunizieren, etwa per E-Mail oder über Webportale. Ausschließlich digitale Wege können nur 2 Prozent der Unternehmen nutzen. Ebenfalls 2 Prozent sind gezwungen, überwiegend auf analoge Kommunikation wie Brief oder Fax zurückzugreifen, kein Unternehmen berichtet von rein analoger Kommunikation mit Behörden. „Die Verwaltung ist auf dem Weg ins Digitale, aber noch lange nicht am Ziel. Zu oft beginnt ein Vorgang online und endet doch auf Papier“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Jeder Medienbruch kostet auch die Verwaltungen selbst Zeit und Geld. Verwaltungsleistungen müssen von Anfang bis Ende digital sein.“