Berlin (ACE) – Wer mit einer Panne liegen bleibt oder in einen Unfall verwickelt wird, ist auf schnelle Hilfe angewiesen. Doch damit Pannenhelferinnen und Pannenhelfer sicher arbeiten können, brauchen auch sie Schutz. Anlässlich des heutigen vom ACE Auto Club Europa ins Leben gerufenen Tags der Pannenhilfe rückt der Club deshalb die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt, die täglich auf Straßen und Autobahnen Hilfe leisten. Gespräche mit Einsatzkräften aus den ACE-Partnerbetrieben zeigen: Besonders belastend sind für sie ungesicherte Pannen- und Unfallstellen sowie Verkehrsteilnehmende, die Rettungsgassen nicht oder zu spät bilden.
„Pannenhelferinnen und Pannenhelfer sind bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit im Einsatz, um anderen zu helfen. Dabei begeben sie sich häufig selbst in gefährliche Situationen. Wer eine Pannen- oder Unfallstelle richtig absichert und eine Rettungsgasse bildet, schützt deshalb nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen, die zur Hilfe kommen“, sagt der ACE-Vorsitzende Sven-Peter Rudolph.
Absicherung der Gefahrenstelle bietet auch Helfenden Schutz
Für die Sicherheit aller Beteiligten ist entscheidend, dass eine Pannen- oder Unfallstelle schnell und korrekt abgesichert wird. Bereits bei ersten Anzeichen einer Panne sollten Verkehrsteilnehmende die Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug möglichst auf einem Parkplatz, Rastplatz oder in einer Nothaltebucht zum Stehen bringen. Ist dies nicht möglich, sollte der Standstreifen beziehungsweise der äußerste Fahrbahnrand genutzt werden. Nach dem Anhalten gilt: Warnweste anziehen, das Fahrzeug ausschließlich über die von der Fahrbahn abgewandte Seite verlassen und sich unverzüglich hinter die Leitplanke oder mit ausreichend Abstand zur Fahrbahn in Sicherheit bringen.
Eine zentrale Rolle spielt das richtige Aufstellen des Warndreiecks. Nur wenn nachfolgende Verkehrsteilnehmende frühzeitig auf die Gefahrenstelle aufmerksam werden, können sie rechtzeitig reagieren und ihre Geschwindigkeit anpassen. Innerorts sollte das Warndreieck in einem Abstand von etwa 50 Metern aufgestellt werden, auf Landstraßen mindestens 100 Meter vor der Gefahrenstelle. Auf Autobahnen sollten es je nach Sichtverhältnissen zwischen 150 und 400 Meter sein. Orientierung bieten dabei Leitpfosten am Fahrbahnrand, die in 50-Meter-Abständen stehen. Der Weg zum Aufstellort sollte möglichst hinter der Schutzplanke oder am äußersten Fahrbahnrand zurückgelegt werden. Das Warndreieck wird dabei idealerweise vor dem Körper getragen, um frühzeitig sichtbar zu sein. Eine korrekt abgesicherte Pannenstelle schützt nicht nur die Betroffenen selbst, sondern schafft auch die Voraussetzung dafür, dass Pannenhelferinnen und Pannenhelfer sicher arbeiten können und das Risiko schwerer Folgeunfälle sinkt.
Ist bei der Panne Ladung verloren gegangen oder sind Fahrzeugteile auf die Fahrbahn gelangt, darf diese trotzdem keinesfalls betreten werden. Stattdessen ist umgehend die Polizei zu verständigen. Gerade auf Autobahnen kann bereits ein kurzer Aufenthalt auf der Fahrbahn lebensgefährlich sein.
Rettungsgasse ermöglicht schnelle Hilfe
Damit Hilfe überhaupt rechtzeitig ankommt, muss bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse gebildet werden. Sie dient nicht nur Rettungsdiensten, sondern auch Pannen- und Bergungsfahrzeugen als Zufahrt zur Einsatzstelle.
Die Regel ist einfach: Fahrzeuge auf der linken Spur fahren möglichst weit nach links, alle übrigen möglichst weit nach rechts. Die Rettungsgasse muss dauerhaft freigehalten werden. Wer sie blockiert oder unerlaubt nutzt, riskiert hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.
Besonders in Baustellenbereichen ist der Platz stark begrenzt. Hier sollten Verkehrsteilnehmende ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten, damit sich Einsatzfahrzeuge je nach Situation durchschlängeln können. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich alle Fahrzeuge möglichst weit rechts einordnen, sodass links eine freie Durchfahrt für die Einsatzfahrzeuge entsteht.
Gefahrenstellen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit
Moderne Navigationssysteme warnen häufig vor liegengebliebenen Fahrzeugen, Personen auf der Fahrbahn oder anderen Gefahrenstellen. Der ACE appelliert an alle Verkehrsteilnehmenden, diese Hinweise ernst zu nehmen, die Geschwindigkeit rechtzeitig anzupassen und besondere Vorsicht beim Passieren der Gefahrenstelle walten zu lassen.
ACE initiiert 2025 den Tag der Pannenhilfe
Der Tag der Pannenhilfe wurde vom ACE vor einem Jahr anlässlich seines 60-jährigen Bestehens ins Leben gerufen und würdigt die Arbeit von Pannenhelferinnen und Pannenhelfern sowie Notrufteams. Sie stehen bereit, wenn andere nicht mehr weiterkommen, und leisten mit großem Engagement unverzichtbare Hilfe im Ernstfall. Wer mehr über den abwechslungsreichen Arbeitsalltag von Pannenhelferinnen und Pannenhelfern erfahren möchte, erhält hier Einblicke: Die ACE-Pannenhelfer im Einsatz