Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Nachrichtenmüdigkeit: Nur 44 Prozent der Gen Z lesen täglich Nachrichten (alle Onliner: 59 %). Während an den Journalismus klare Erwartungen gerichtet werden, überprüfen 45 Prozent der 18- bis 28-Jährigen die KI-Quellen nicht. Doch das Vertrauen variiert stark nach Thema: Bei Boulevard, Wissenschaft und News schauen sie genauer hin.
Googeln war gestern, die Informationssuche mit KI gehört bei der Gen Z zum Alltag: So kennen nicht nur 95 Prozent KI-Zusammenfassungen, sie werden auch von 58 Prozent genutzt. Beim gesamtem Online-Nachrichtenpublikum (kurz: alle Onliner) liegen die Werte mit 80 Prozent Bekanntheit und 51 Prozent Nutzung deutlich niedriger. Das zeigt die aktuelle Studie „So liest Deutschland Online-Nachrichten 2026“ im Auftrag der E-Mail- und News-Anbieter GMX und WEB.DE.

Den mit KI schnell und bequem erstellten Suchergebnissen („KI-Snippets“) wird häufig vertraut: 45 Prozent der 18- bis 28-Jährigen überprüfen die zugrunde liegende Quelle nicht, sofern die KI-Zusammenfassung plausibel erscheint. Insgesamt verzichten 39 Prozent der Onliner auf eine Überprüfung.
Wie stark KI-Zusammenfassungen überprüft werden, hängt vom Thema ab. Besonders hoch ist das Vertrauen der Gen Z bei alltagsnahen Themen wie Essen und Kochen sowie Sport (je 45 %). Auch für allgemeine Themen (42 %) sowie Reisen und Lifestyle (33 %) werden KI-Antworten häufig akzeptiert. Deutlich kritischer sind die 18- bis 28-Jährigen dagegen bei Boulevard (17 %), Wissenschaft (17 %) sowie News und aktuellen Nachrichten (18 %). Eine große Mehrheit greift hier auf die Originalquelle zurück.
Nachrichtenmüdigkeit der Gen Z
Nur 44 Prozent der Gen Z lesen täglich Online-News – das sind 15 Prozentpunkte weniger als beim gesamten Online-News-Publikum (59 %). Während 65 Prozent aller Onliner angeben, Nachrichten zu vertrauen, sind es in der Gen Z 62 Prozent.
“Die Gen Z informiert sich schneller als jede Generation zuvor. Doch wenn fast die Hälfte KI-Antworten ungeprüft übernimmt und zugleich weniger Nachrichten konsumiert werden, entsteht ein gefährliches Vakuum. Gerade hier wird klar, wie unverzichtbar Journalismus ist: Er liefert nicht nur Antworten, sondern geprüfte Quellen, Kontext und Verantwortung“, sagt Thomas Rebbe, Chefredakteur von GMX und WEB.DE.
Trotz geringerer Nutzung von Online-Nachrichten stellt die Mehrheit der Gen Z klare Anforderungen an den Journalismus: Im Vordergrund steht der Wunsch, dass Missstände in Politik und Wirtschaft aufdeckt werden (58 %). Fast ebenso wichtig ist, dass Medien nicht nur berichten, was passiert ist, sondern auch die Gründe erklären (58 %). Viele junge Befragte erwarten zudem, dass Journalistinnen und Journalisten neutral über politische Themen berichten und kritisch mit ihren Quellen umgehen (je 55 %). Unter allen Onlinern sind diese Erwartungen an die Presse mit rund 70 Prozent Zustimmung allerdings deutlich weiterverbreitet.
Zur Methode: Die Daten der Studie “So liest Deutschland Online-Nachrichten 2026″ basieren auf einer Befragung des Meinungsforschungsinstitut dynata. Dafür wurden im Dezember 2025 in einem online-repräsentativen Panel 2.000 Internet-Nutzerinnen und -Nutzer ab 16 Jahren befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Bildung kreuzquotiert. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die online-nachrichten-konsumierende Bevölkerung in Deutschland.
