16.01.2026
StartEconomyOffener Brief zu Lösegeldzahlungen bei Ransomware-Angriffen: ein geostrategisches Risiko

Offener Brief zu Lösegeldzahlungen bei Ransomware-Angriffen: ein geostrategisches Risiko

Published on

Erpressungstrojaner haben in den letzten Jahren stark zugenommen und sich zu einem geostrategischen Risiko entwickelt. In einem offenen Brief fordern IT-Sicherheits- und Informatik-Fachleute wirkungsvolle Maßnahmen, um Lösegeldzahlungen zu vermeiden und so den Erpressenden den Geldzustrom abzuschneiden.

Der Schaden, der durch Daten-Diebstahl, Spionage und Sabotage für die deutsche Wirtschaft entsteht, beläuft sich laut einer aktuellen Bitkom-Studie auf jährlich über 200 Milliarden Euro – dies entspricht über 6% des gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukts für 2021 (3,57 Billionen EUR). Ein Großteil der Schäden geht demnach auf sogenannte Ransomware zurück, Erpressungssoftware wie WannaCry, die vor fünf Jahren u.a. die Deutsche Bahn getroffen hat.

Aufgrund der großen Schäden, die Ransomware-Attacken anrichten können, ist die Bereitschaft von Unternehmen, sich durch Lösegeldzahlungen „freizukaufen“, in den letzten Jahren stark gestiegen. Obwohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundeskriminalamt (BKA) empfehlen, sich grundsätzlich nicht auf Lösegeldzahlungen einzulassen, zahlen laut einer aktuellen Studie des Sicherheitsdienstleisters Sophos rund 42% aller deutschen Unternehmen das geforderte Lösegeld, im Schnitt über EUR 250.000.

Christine Regitz, Präsidentin der Gesellschaft für Informatik: „Die Zahlungen von Lösegeld haben wirtschafts- sowie staatsgefährdenden Kriminellen in den letzten Jahren zig Millionen Euro in die Kassen gespült. Damit muss Schluss sein – auch wenn das für das einzelne Unternehmen womöglich zunächst noch schmerzhafter ist als die Zahlung selbst. Es bedarf schneller und wirkungsvoller Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit einerseits und der Unterbindung von Lösegeldzahlungen bei Ransomware-Angriffen andererseits. Hier ist auch die Politik gefordert.“

Der offene Brief „Lösegeldzahlungen bei Ransomware-Angriffen: ein geostrategisches Risiko“ wurde bereits von über 30 IT-Sicherheits- und Informatik-Fachleuten unterzeichnet und schlägt eine Reihe an Maßnahmen zur Vermeidung von Lösegeldzahlungen und zur Stärkung der IT-Sicherheit vor.

 

More like this

Risiken 2026: Cyber bleibt Top-Risiko – doch KI schießt auf Platz zwei

Die globale Unternehmenswelt blickt 2026 auf ein Risikoumfeld, das nicht nur komplexer, sondern auch schneller geworden ist: Cyberangriffe bleiben das größte Geschäftsrisiko, während Künstliche Intelligenz in einem historisch schnellen...

Wenn der beste Freund plötzlich Krypto-Tipps gibt – Identitätsdiebstahl auf Social Media

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Nachricht von einem guten Freund oder einer Bekannten auf Instagram. In der Nachricht wird begeistert von einer Investition erzählt, mit der man...

Global Risks Report 2026: Geopolitical and Economic Risks Rise in New Age of Competition

Geneva, Switzerland – The World Economic Forum's Global Risks Report 2026, published today, finds geoeconomic confrontation emerges as the top risk for the year, followed by interstate conflict, extreme...

< recent >

< most read >

< icymi >