Die Bundesverwaltung gibt Jahr für Jahr steigende Summen für Microsoft-Lizenzen aus. Laut Bundesregierung stiegen die Ausgaben von 274,1 Millionen Euro im Jahr 2023 über 347,4 Millionen Euro auf zuletzt 481,1 Millionen Euro. Grundlage sind Angaben aus einer Anfrage der Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard.
Ursache der Kostensteigerungen sind nach Darstellung nicht wachsende Nutzerzahlen, sondern eine starke Abhängigkeit von Microsoft-Produkten. Für 2026 sind weitere Preiserhöhungen angekündigt. Die Ausgaben binden erhebliche Mittel, die für die Modernisierung der staatlichen IT fehlen.
Kritik kommt von der Open Source Business Alliance (OSBA). Der Verband warnt vor einer wachsenden Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, die sowohl die digitale Souveränität als auch die Sicherheit der Verwaltung gefährde. Zudem widerspreche die Praxis den Zielen des Koalitionsvertrags, der Open Source in der Verwaltung stärken will.
OSBA-Vorstandsvorsitzender Peter Ganten spricht von einem erheblichen Risiko für den Staat. Die Kostensteigerung von 38 Prozent binnen eines Jahres zeige die Marktmacht des Anbieters. Zugleich warnt er vor Sicherheitsrisiken durch den fehlenden Schutz sensibler Verwaltungsdaten.
Die OSBA plädiert für stärkere Investitionen in Open-Source-Software. Diese könne besser an Verwaltungsbedürfnisse angepasst werden, unabhängiger betrieben werden und die heimische IT-Industrie stärken. Freiwerdende Mittel könnten so gezielt in souveräne und sichere Lösungen fließen.